Schulung der DB-MERLOs mal ganz anders
Jeder Mensch hat seine eigene Karte von der Welt...
…oder auch „Raus aus deiner Komfortzone“ auf der Schulung der DB-MERLOs vom 25.-27. November 2011.
Freitag: Ankommen und Kennenlernen
Nach dem Auftakt im vergangenen Jahr, fand auch dieses Jahr eine Schulung der DB-MERLOs statt. So versammelten sich am Freitagabend einige DB-MERLOs, nahezu das gesamte MERLO-Team und einige Mitglieder aus Distrikt-Vorständen sowie Helmut Marhauer als Vertreter der Lions in der Stadt, die es nicht gibt – Bielefeld.
Samstagmorgen: Lebensweisheiten und gemeinsam Hemmungen überwinden
Nach einem netten gemeinsamen Abend und erstem Kennenlernen trafen sich am Samstagmorgen alle Teilnehmer und die Referenten pünktlich um 9 Uhr zum Beginn der Schulung. Entgegen der bisherigen Praxis wurde keinesfalls mit einem ersten Einblick in die Aufgaben des DB-MERLO gestartet – dieses Jahr sollte alles etwas anders sein...
Zunächst erwartete alle Teilnehmer ein bewegender und interessanter Vortrag des Fotografen Jürgen Escher, welcher vornehmlich Aufnahmen in Kriegs- und Krisenregionen dieser Welt macht – und das bereits seit über 25 Jahren. Egal ob Irak, Sudan, Afghanistan oder Brasilien, es gibt wohl kaum einen Flecken dieser Erde, den Jürgen Escher noch nicht gesehen hat. Fotos zu sehen bekamen wir kaum, dafür entwickelte sich ein interessantes und bewegendes Gruppengespräch über Fotografie, ungewöhnliche Wendungen im Leben und das Leben an sich. Die Messages waren vielfältig und reichten von: "Das Leben ist zu kurz, um sich klein zu machen." bis hin zu "Man sollte von allem, was man tut immer ein bisschen besessen sein".
Nach diesem gelungenen und aufrüttelnden Einstieg ging es sehr lustig und interaktiv weiter beim Impro-Theater-Workshop. Marvin Meinold entführte alle Teilnehmer – einschließlich der anwesenden Lions – durch vielfältige Spiele und Aufgaben in die spontane und heitere Welt des Impro-Theaters. Hemmschwellen wurden gemeinsam überwunden (frei nach dem Motto: „Wir machen uns ja alle zum Deppen“), Reaktionsfähigkeit geschult und Kreativität gefördert. Mitgenommen haben wir alle, dass Fehler kein Problem sind, sondern oft ganz andere und neue Möglichkeiten bieten. Und dass man Reaktionen anderer immer so nehmen sollte, wie sie sind und damit weiter arbeitet. Ein "Ja, und…" ist oft mehr wert als nur ein "Nein".
Samstagnachmittag: Spielend Hindernisse überwinden und Lösungen erarbeiten
Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte ein aufregendes und amüsantes Gruppenspiel, bei dem die gesamte Gruppe mit Hilfe von mehreren Brettern ein "Moor" überwinden sollte. Dabei "erblindeten" einige Teilnehmer, da sie das Moor berührten und wurden von der restlichen Gruppe wohl behütet über das Moor geleitet (mehr wird an dieser Stelle nicht verraten, denn vielleicht hat ja der ein oder andere noch Interesse, das Spiel auszuprobieren?!). Ganz im Vordergrund standen Vertrauen, Zuverlässigkeit und Teamwork. Es war großartig zu sehen, wie ungehemmt Leos, die sich erst seit wenigen Stunden kennen, miteinander arbeiten, ein Konzept zur Lösung eines Problems entwerfen und dieses mit viel – auch körperlichem – Einsatz umsetzen.
Am Nachmittag konnten die Teilnehmer schließlich zwischen der gemeinsamen Lösung eines Businesscase und einem Kommunikationsseminar wählen. Im Businesscase wurde über Stunden in zwei Gruppen an einem Marketingkonzept für einen Whiskey gearbeitet. Die Aufmerksamkeit wurde hier vor allem auf Kommunikation, das eigene „Ich“ in der Gruppe und neue Herangehensweisen an Problemstellungen gelenkt. Im Kommunikationsseminar hieß es „Raus aus der Komfortzone und Hemmungen ablegen“, da auf jede kurze theoretische Darstellung auch immer gleich eine praktische Übung folgte. Mit „Bilder-Stille-Post“, der seltsamen Sprache der „Grummoloh“ und zahlreichen weiteren Übungen wurden wir an verschiedene Aspekte der verbalen und nonverbalen Kommunikation herangeführt.
Zuletzt gab es noch ein Lions-Leo-Gespräch mit dem ehemaligen GRV Helmut Marhauer über Themen wie die LCIC 2013, GMT und GLT, die Teilnahme am RTL-Spendenmarathon und viele weitere Aspekte, die Lions und Leos zur Zeit bewegen. Den Abschluss eines langen und aufregenden Tages fanden wir dann bei einem gemeinsamen Besuch des Glühweinstandes der Bielefelder Lions auf den Weihnachtsmarkt.
Sonntag: Was hatte das jetzt gestern mit Leo zu tun?
Am Sonntag folgte dann der "Brückenschlag" zwischen den allgemein gehaltenen Themen am Samstag und der Leo-Organisation sowie der Arbeit der DB-MERLOs.
Dies erreichten wir durch die Durchführung verschiedener Rollenspiele, die allesamt typische Szenen aus der Arbeit eines DB-MERLO darstellten. So musste ein Lions Club von der Übernahme einer Bürgschaft für einen neuen Leo-Club überzeugt werden. Ein Telefonat mit einem Club-Präsidenten, der sich weigert, an DRKs und der MATS teilzunehmen, wurde geführt. Durch insgesamt fünf verschiedene Szenarien, in denen einige Rollen von Teilnehmern, andere von Mitgliedern des MERLO-Teams gespielt wurden, gelang es nahezu den gesamten Aufgabenbereich eines DB-MERLO thematisch zu erörtern und Probleme abstrakt und durch praktische Anwendung zu lösen.
Wir als MERLO-Team waren begeistert von der hervorragenden Transferleistung, die von allen Teilnehmern zwischen den Tagen geleistet wurde. Viele Aspekte, die am Samstag eine Rolle spielten, spiegelten sich am Sonntag in den Rollenspielen und den anschließenden Diskussionen wieder. Hemmungen in den Rollenspielen waren nicht bemerkbar und ebenso wurden am Samstag herausgebildete Grundsätze wie "Versuche erst, deinen Gegenüber zu verstehen und dann zu reagieren" direkt praktisch angewandt.
Wir alle haben mitgenommen, dass Leo keine Parallelwelt ist, sondern dass alles, was wir im sonstigen Leben erfahren und lernen auf Leo übertragbar ist und andersherum. Und dass ein "Ja, und..." oft weiter bringt, als nur auf seiner eigenen "Karte vom Leben" zu bleiben.
Wir können nur dazu aufrufen: Raus aus der Komfortzone und rein in immer wieder neue Herausforderungen und Erfahrungen! Wir gehen einen neuen Weg der Leo-Schulungen. Wer geht mit...?!
Stimmen zum Wochenende:
„Dank der diversen Vorträge/Diskussionen ist es dem MERLO-Team auch gelungen, uns etwas für das alltägliche Leben mitzugeben. Ich bin um einige Leo-Erfahrungen reicher und wünsche mir in Zukunft mehr solcher Leo-Schulungen, nur so kann es uns gelingen mehr Leos auf die übergeordneten Strukturen (D, MD & Lions International) aufmerksam zu machen.“
(Christian do Nascimento Morais)
„Eine rundum gelungene Veranstaltung!“
(Kevin Junker)
"Das MERLO-Team hat es geschafft, prägende Eindrücke und viele Erfahrungen mit einer Menge Spaß und Herzblut an einem Wochenende zu vereinen, was mit den tollen Leuten einfach nur genial gewesen ist!"
(Florian Rauscher)
Autorin: Hanna Pfeifer
